Freitag, 5. April 2013

Bergfest

Heute bin ich genau in der rechnerischen Mitte der Schwangerschaft angekommen: 20+0. Zeit für ein paar Gedanken dazu... Irgendwie ist dieses Mal fast alles vollkommen anders als bei der Schwangerschaft mit Möhrchen, vor allem, dass die Schwangerschaft neben so vielen anderen Dingen nebenher läuft und ich quasi durch Zufall entdeckt habe, dass ja heute die rechnerische "Halbzeit" ist.

Nur eines ist leider nicht anders - auch diese Schwangerschaft verläuft nur mittelmäßig gut und ich weiß nicht, ob ich bis zum Mutterschutz noch viel werde arbeiten können. Derzeit bin ich wieder mal krankgeschrieben zu Hause. Dabei hatte ich eigentlich gehofft, in dieser Schwangerschaft wären die kleinen und größeren Zipperlein weniger und ich könnte stolz mein Bäuchlein ins Büro tragen.

Ohne ins Detail zu gehen - solange ich mich öfter hinlegen und ausruhen kann, wenig Stress habe und mich schone, wird hoffentlich alles gut verlaufen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich ein bißchen schisserig bin und mich erst entspannen werde, wenn der kleine Knopf gesund und munter auf der Welt ist. Zudem neige ich ja dazu, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich nicht alle Anforderungen "brav" erfülle und so habe ich aufgrund der Ausfälle gerade ein etwas schlechtes Gewissen gegenüber meinem Arbeitgeber. Und wenn ich mich hier so zu Hause umsehe, auch gegenüber meinem Haushalt... Aber über das schlechte Gewissen beim Nichterfüllen von Anforderungen, die nie jemand an einen gestellt hat (außer man selber!), darüber könnte ich mehr als nur zwei, drei Sätze schreiben. Ein anderes Mal.

Die ersten Wochen - bis zum Erreichen der magischen 12+0 - sind ziemlich schleichend verlaufen und wurden von teilweise straker Übelkeit geprägt - ganz anders als bei Möhrchen, da war es mir viel weniger oft schlecht. Ab der 13. Woche wurde es Schritt für Schritt besser und ich freute mich auf das allseits als entspannt bekannte 2. Trimenon. Dieses wird aber neben den genannten Zipperlein von so vielen Infekten begleitet, dass ich vom Genießen weit entfernt bin. Gerade kuriere ich die erste Mittelohrentzündung meines Lebens aus. Im Ernst, braucht man sowas während einer Schwangerschaft? Aufs Einnehmen von Antibiotika könnte ich auch verzichten, ebenso auf deren Nebenwirkungen. Aber dieses Mal ging es nicht mehr anders, was natürlich bei mir zu heftigen Sorgen führt (siehe schisserig...). Ich hoffe wirklich sehr auf den Frühling und das damit verbundene Ende der Infekte, aber vorhin fielen hier doch wieder einmal Schneeflocken vom Himmel. Ich fasse es nicht.

Was das schnöde "Drumherum" angeht, hat sich mein Mann mächtig ins Zeug gelegt und das künftige Kinderzimmer schon großteils auf- bzw. leergeräumt. Nun muss es noch gestrichen werden und natürlich eingerichtet. Wir haben ja nicht mehr vieles aus Möhrchens Babyzeit, da wir mit diesem erneuten Schwangerschaftswunder nicht mehr gerechnet haben, aber wir haben schon einiges "in Aussicht", was wir von Freunden übernehmen können. Das ist ein großer Unterschied zur ersten Schwangerschaft - der Realismus, was man wirklich braucht. Ich wäre auch entspannt, wenn wir anfangs gar kein Bettchen, Wickelkommode o.ä. hätten, denn wenn ich mich an die ersten Monate mit Möhrchen erinnere, da war er sowieso da, wo Mama war und nie in dem wunderschönen Bett, das er von Anfang an nicht mochte.

Und einen Kinderwagen haben wir auch schon. Den fand ich bei Möhrchen trotz aller Begeisterung fürs Tragen sehr wichtig, da wir hier doch vieles zu Fuß erledigen und ich mich schon auf lange Spaziergänge mit dem Baby freue. Das macht mich dann hoffentlich auch wieder fit. Apropos fit: das ist auch so ein Unterschied: während ich in der ersten Schwangerschaft sehr schnell kilomäßig ordentlich zugelegt habe, pendelt es jetzt noch deutlich unter 5 kg herum. 3 bis 4 kg würde ich maximal sagen, bei der letzten Vorsorgeuntersuchung war ich gerade mal wieder knapp über dem Ausgangsgewicht. Aber dafür explodiert der Bauch...

Mein Nestbautrieb ist noch sehr moderat bzw. eigentlich gar nicht vorhanden. Das ist auch definitiv anders als in der ersten Schwangerschaft, aber wie ich mich kenne, kommt das schon noch. Ebenso der Drang, für den Knopf etwas selber zu machen, da warte ich auch noch auf die Initialzündung. Immerhin habe ich schon Schnitte gekauft - zählt das auch?

Zwei Gemeinsamkeiten gibt es aber doch: wie bei Möhrchen haben wir uns schnell auf einen Namen geeinigt, den wir beide toll finden (und ich kann nun statt "hallo Baby" den Namen sagen! Juhu!) und wie bei der Schwangerschaft mit Möhrchen bin ich trotz aller Nebengeräusche voller Vorfreude auf den kleinen neuen Mitbwohner in spe. Noch 20 Wochen to go...

Regelmäßige Bauchfotos sowie wöchentliche "Statusberichte" gibt es hier eher nicht zu sehen (es ist halt doch eher ein Blog übers Nähen, Stricken und Co.), aber sobald ich mal wieder beim MeMadeMittwoch mitmachen kann, werdet ihr das Bäuchlein natürlich erahnen können.

So viel dazu. Sobald ich wieder gesund bin, gibts auch wieder Genähtes zu sehen. Versprochen.

Bleibt gesund und entspannt beim Warten auf den Frühling...



Viele Grüße
Poldi






1 Kommentar:

  1. Hallo Poldi, einen schönen Blog hast Du, schön, dass ich Dich gefunden habe! Und zur Schwangerschaft: alles alles Gute, mach Dir kein schlechtes Gewissen. Ist sehr leicht gesagt und sehr schwer getan, dennoch sollte man sich klar machen, wie viel Zeit man im Leben arbeitet und wie viel Zeit davon Krankheit, bzw. Schwangerschaft einnimmt -- Dein Arbeitgeber wird's verkraften! Ich hab 3 Söhne und bin bei jedem ein wenig früher vor dem Mutterschutz krankgeschrieben worden -- jetzt ist #3 anderthalb und vom schlechten Gewissen schon lang nix mehr übrig ;-)
    Dir eine entspannte und ruhige Zeit!
    LG
    Wendy

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