Montag, 10. September 2012

Das aktuelle Nähfragezeichen: Familiäre Vorbelastung mit dem "Nähvirus?"

Meike fragt in ihrem aktuellen Nähfragezeichen nach familiären Vorbelastungen fürs Nähen, Stricken, Häkeln & Co.:



Trauma oder Vorbild
Wurdest du als Kind von Mama, Oma, Tante oder vielleicht sogar Papa benäht/bestrickt/becraftelt? Hat diese Person auch für sich selbst genäht? Wie fandest du das damals? Und wie findest du es aus heutiger Sicht. Hat es dich geprägt?

In unserer Familie ist ganz klar meine Mama die Selbermacherin. Sie kann wirklich alles: nähen, stricken, häkeln, sticken, ja sogar spinnen. Klöppeln habe ich sie noch nicht gesehen, aber selbst diesem Makramé-Trend aus den Achtziger ist sie mal kurz beigetreten (nämlich just dann, als wir das in der Schule machen mussten und den angefangenen Murks Mama übergaben). Was sie dagegen nicht gut kann und auch nicht sooo gerne macht, ist basteln und malen. Also insgesamt den textilen und wollenen Ausgangsstoffen zugeneigt. Mein Vater dagegen war und ist nicht so der Hand- und Heimwerker und man traf ihn nur sehr selten und auch nicht immer sooo freiwillig beim Heimwerken.

Meine Schwester und ich wurden viel bestrickt (vorangig), behäkelt und benäht, letzteres eher als wir noch kleiner waren. Viel von den mütterlichen Tätigkeiten haben auch unsere Puppen, Barbies und Monchichis profitiert. Sie trugen schicke Dinge wie Bademäntel mit passenden Badetaschen, Dirndl, Trachtenhosen usw. Leider habe ich davon - so befürchte ich - nicht viel hier, aber ich bin sicher, in der alten Heimat Süddeutschland hat meine Mutter das alles aufgehoben. Ich muß mal danach suchen...

Heute bestrickt sie vor allem sich selbst und meinen Vater. Daran, dass meine Mutter für sich selbst Kleidung genäht hat, kann ich mich nicht mehr erinnern (obwohl sie davon erzählt, aber ich habe keine Bilder von diesen Kleidungsstücken mehr im Kopf), aber ich weiß, dass sie Vorhänge genäht und vielfache Flickarbeiten unserer immer gefetzten Hosen an der Nähmaschine gemacht hat.

"Traumatisiert" hat mich das nicht, ganz im Gegenteil. Ich habe früh wissen wollen, wie das alles geht und mich über Strickliesel und Schals schnell an Pullover für mich rangekämpft. Später, so ab 13, 14 Jahren kam das Nähen hinzu. Das Nähen spezialisierte sich dann eine Weile auf die Herstellung diverser Teddybären, woran meine Mutter auch beteiligt war und Puppen, aber irgendwann stieß das an seine kapazitätsmäßigen Grenzen einer normalen Wohnung und sooo abwechslungsreich ist es dann auch nicht, x Bären zu nähen.

Meine Schwester dagegen war und ist gegen diesen Trend immun und verwahrt sich, so gut sie es kann, gegen alles rund ums Selbermachen mit Textilien und Wolle. Meine Nichte dagegen arbeitet gern mit Wolle und ich habe vor ein paar Wochen einen echt tollen gefilzten Hamster von ihr bekommen. Da wurde dann eine Generation übersprungen und nicht "infiziert".

Ein paar Kostproben der mütterlichen Kreativität habe ich gefunden:

gestrickte Jacke und Hose mit Hosenträgern - das muss gekratzt haben, die Hose...


Ob das Kleid gehäkelt oder gestrickt ist, kann ich schwer erkennen, aber es ist von Muttern gefertigt


Viele Grüße
Poldi


Kommentare:

  1. Hihi...wie süß, die kleine Poldi. Meine Mutter hat auch immer "schicke" Pullis für mich gestrickt. Ihr Talent dafür hat sie mir "leider" null vererbt. Liebe Grüße, H.

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  2. Das Kleid sieht eindeutig gehäkelt aus.

    Meine Mutter hat auch nur zwei von drei Töchtern infiziert. Die eine kann und will partout nicht handarbeiten. Dabei hat sie ein großes Talent, was das Gestalten betrifft, denn sie kann prima dekorieren, egal ob Wohnungen oder Geschenke.

    Meine Antwort findest Du auf meinem Blog:
    http://die-linkshaenderin.blogspot.de/2012/09/nahfragezeichen-trauma-oder-vorbild.html

    Liebe Grüße,
    Henriette

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